Mitteilung
Samstag, 2. Mai 2020

CO2 Belastung muß verringert werden

EU-Vor­gabe für weniger CO2 Belas­tung durch Heizen wird umge­set­zt:
Die regelmäßige Über­prü­fung von Zen­tral­heizungsan­la­gen für Öl, Gas und feste Brennstoffe ist geset­zlich neu geregelt!
In Zukun­ft dür­fen nur effiziente Heizan­la­gen betrieben wer­den.

Der effiziente und umwelt­fre­undliche Betrieb von Heizungsan­la­gen wird europaweit durch Vor­gaben der europäis­chen Union geregelt. Nun ist dazu im Juni 2016 das neue „Steier­märkische Feuerungsan­la­genge­setz” in Kraft getreten.

Dem­nach müssen alle Zen­tral­heizungsan­la­gen für Öl, Gas und für feste Brennstoffe wie Holz oder Kohle ab sofort kostenpflichtig und regelmäßig auf ihre Effizienz über­prüft wer­den.

Die Häu­figkeit ist abhängig von der Art des Brennstoffes und der Größe der Anlage. Das Ergeb­nis der Über­prü­fung ist verpflich­t­end vom öffentlich zuge­lasse­nen Rauch­fangkehrer als überwachende Stelle oder den Prüf­berechtigten in die neue Heizungs- Daten­bank des Lan­des Steier­mark einzu­tra­gen. Kommt es zu kein­er frist­gerecht­en Prü­fung der Anlage, oder wer­den die geforderten Emis­sion­swerte bzw. die Wirkungs­grade nicht erre­icht, kann im Extrem­fall — ähn­lich wie bei der „Pick­er­lüber­prü­fung” beim Auto — eine Stil­le­gung der Heizung durch die zuständi­ge Behörde ange­ord­net wer­den.

„Wir sind natür­lich bemüht, mit Tipps und Verbesserungsvorschlä­gen jede Anlage wieder effizient und damit geset­zeskon­form zu machen. Aber es gibt auch klar definierte Abgas­gren­zw­erte, die einge­hal­ten wer­den müssen”, sagt der Innungsmeis­ter der steirischen Rauch­fangkehrer Chris­t­ian Ple­sar. „Und natür­lich gibt es angemessene Fris­ten für die Reparatur bzw. den Aus­tausch ein­er irrepara­blen, inef­fizien­ten Feuerungsan­lage”, so der Innungsmeis­ter weit­er.

Gle­ichzeit­ig weiß er, dass eine große Auf­gabe auf die heimis­chen Rauch­fangkehrer zukommt: Sie müssen als offizielle Überwachungsstelle in den näch­sten Monat­en detail­lierte Dat­en von rund 350.000 Feuerungsan­la­gen in der Steier­mark erfassen und Type, Brennstoff, Leis­tung, Bau­jahr, genauen Stan­dort und beheizbare Fläche in eine zen­trale Daten­bank eingeben.

Der öffentlich zuge­lassene Rauch­fangkehrer hat danach auch zu überwachen, dass die Anlage gemäß der geset­zlichen Verpflich­tung regelmäßig über­prüft wird und fest­gestellte Män­gel frist­gerecht behoben wer­den.

Prüf­berechtigt sind neben den Rauch­fangkehrern übri­gens auch vom Land Steier­mark gelis­tete Sachver­ständi­ge. Der verpflich­t­ende Prüf­bericht in regelmäßi­gen Abstän­den ist vom tech­nis­chen Aufwand her dur­chaus mit der „Pick­er­lüber­prü­fung” beim Auto ver­gle­ich­bar.

Bleiben wir kurz bei diesem Ver­gle­ich: „Der Öster­re­ich­er fährt pro Jahr im Schnitt (It. Sta­tis­tik Aus­tria) 12.400 km mit seinem PKW. Das ergibt — bei 60 km/h Durch­schnitts­geschwindigkeit — 206 jährliche Betrieb­sstun­den des PKW.
Eine Feuerungsan­lage”, so der Lan­desin­nungsmeis­ter „läuft im Ver­gle­ich dazu rund 1.800 Betrieb­sstun­den pro Jahr. Eine Über­prü­fung auf effiziente Ver­bren­nung alle ein bis drei Jahre scheint also aus tech­nis­ch­er Sicht dur­chaus sin­nvoll.”

Die Kosten für die Abgasmes­sung und die Über­prü­fung der Heizan­lage muss der Betreiber übernehmen.
Sie liegen, je nach Brennstoff, zwis­chen 39 und 50 Euro. Allerd­ings ergibt sich aus der Effizien­zun­ter­suchung auch Einsparungspo­ten­tial: Schlecht arbei­t­ende Feuerungsan­la­gen haben erhöhte Ver­brauch­swerte in Rela­tion zur Wärme­ab­gabe. Ob ein Ölbren­ner zum Beispiel 2,3 oder 2,4 Liter pro Stunde ver­braucht, macht einen Unter­schied von 180 Liter Heizöl pro Jahr aus. Diese 180 Liter belas­ten nicht nur (selb­st bei gün­stigem Ölpreis) das eigene Bud­get. Auch die Umwelt wird dadurch mit 576 kg CO2 (!) mehr belastet. „Und das soll­ten wir uns und der Umwelt nicht antun”, sagt Chris­t­ian Ple­sar. Aber auch der sichere Betrieb der Anlage wird durch diese Über­prü­fung zusät­zlich zu den Kehr- und Über­prü­fungsar­beit­en des öffentlich zuge­lasse­nen Rauch­fangkehrers gewährleis­tet.

Auch die regelmäßige Inspek­tion von Zen­tral­heizungsan­la­gen, die mehr als 20 kW an Leis­tung haben, muss im Inter­vall von 4 bis 8 Jahren durchge­führt wer­den. Hier geht es um Effizienz, Dimen­sion­ierung der Anlage und den Dämm­stan­dard des Gebäudes. Der Rauch­fangkehrer muss auch hier die vorgegebe­nen Fris­ten überwachen und bietet, neben den gelis­teten Sachver­ständi­gen, auch diese Inspek­tio­nen zu einem fairen Preis an.

Diese EU Vor­gabe ist umzuset­zen, da Öster­re­ich bis 2030 den Schad­stof­fausstoß im Bere­ich Gebäude, Land­wirtschaft und Verkehr um 36 % reduzieren muss. Wenn also die Effizienz von Feuerungsan­la­gen in ganz Europa über­prüft wird, dann wird sich über die näch­sten Jahre ein bemerk­bar­er Umwel­t­ef­fekt ein­stellen. Und das ist jeden­falls ein drin­gend notwendi­ger Schritt zur Erre­ichung der vere­in­barten Kli­maziele.