Mittwoch, 14. März 2012

Bergung von Tierkadavern

Ggst: Bergung von Tierka­dav­ern

An alle Stadt‑, Markt- und Gemein­deämter des Bezirkes Leoben

Nachrichtlich:
Bezirk­skam­mer für Land- und Forstwirtschaft, 8700 Leoben. Park­straße 31

Mit Erlass des Amtes der Steier­märkischen Lan­desregierung, GZ.: FA8C-70A2/273, wird nach­ste­hend ange­ord­net:

Das Amt der Steier­märkischen Lan­desregierung, Fach­abteilung 8C – Vet­er­inär­we­sen, legt hin­sichtlich der Bergung gefal­l­en­er Tierkör­p­er ana­log zum Vor­jahr fol­gende Bedin­gun­gen fest:

  1. Der Tierbe­sitzer eines gefal­l­enen Tieres, dessen Bergung mit üblichem Bergegerät unmöglich oder nicht zumut­bar ist, hat unverzüglich eine Mel­dung an die zuständi­ge Bezirksver­wal­tungs­be­hörde abzugeben, die neben genauen Angaben zum veren­de­ten Tier eine Begrün­dung für die Inanspruch­nahme ein­er Aus­nahme von der Abliefer­ung an die Tierkör­per­entsorgung­sein­rich­tung und die Art und Weise der geplanten Besei­t­i­gung vor Ort zu enthal­ten hat.
  2. Nach Mel­dung durch den Tierbe­sitzer prüft der Amt­stier­arzt im Zuge der Erhe­bun­gen an Ort und Stelle (soweit möglich)
    1. die ver­mut­liche Todesur­sache (z.B. Blitzschlag, Absturz, anzeigepflichtige Tierseuche),
    2. die Bergungser­forder­nis (z.B. bei Ver­dacht auf eine anzeigepflichtige Tierseuche, Risiko für die Gesund­heit von Men­sch, Tier und Umwelt) sowie
    3. die erforder­liche Bergungsart (Bergung mit üblichem Bergegerät, wie z.B. mit Trak­tor und Seil­winde oder Hub­schrauber).
  3. Inner­halb von drei Arbeit­sta­gen ab Mel­dung kann die Bezirksver­wal­tungs­be­hörde
    1. die geplante Vor-Ort-Besei­t­i­gung unter­sagen und die Bergung und Abliefer­ung an die Tierkör­per­entsorgung­sein­rich­tung anord­nen oder
    2. nähere Bedin­gun­gen über die Art und Weise der Besei­t­i­gung festzule­gen, sofern dies aus seuchen­hy­gien­is­chen oder umwel­trel­e­van­ten Grün­den erforder­lich ist.

Die nicht abgeliefer­ten veren­de­ten Nutztiere sind möglichst durch Ver­bren­nen oder Ver­graben vor Ort zu beseit­i­gen und es ist durch son­stige geeignete Maß­nah­men Vor­sorge zu tre­f­fen, dass das Risiko für die Gesund­heit von Men­sch und Tier, für die Umwelt sowie nachteilige Auswirkun­gen auf die Land­schaft auf ein Min­dest­maß reduziert wird.

Ist eine Bergung des gefal­l­enen Tieres mit üblichem Bergegerät (z.B. Trak­tor mit Seil­winde) nicht möglich und eine Besei­t­i­gung durch Ver­graben oder Ver­bren­nen an Ort und Stelle auf­grund des Risikos für Men­sch, Tier und Umwelt nicht zu vertreten,
zum Beispiel, wenn

  • der Ver­dacht ein­er anzeigepflichti­gen Tierseuche oder ein son­stiges Risiko für die Gesund­heit von Men­sch und Tier beste­ht,
  • der Fal­lort in einem wasser­rechtlich geschützten Gebi­et liegt oder die Gefahr der Kon­t­a­m­i­na­tion eines son­sti­gen Gewässers beste­ht,
  • nachteilige Auswirkun­gen auf Land­schaft oder Orte von beson­derem Inter­esse zu erwarten sind (Geruchs­beläs­ti­gung, Touris­mus­ge­bi­et) oder
  • eine Gefährdung der Sicher­heit und Gesund­heit der mit der Bergung befassten Per­so­n­en beste­ht,

ist eine Bergung mit­tels Hub­schrauber und Abliefer­ung an die Tierkör­per­entsorgung­sein­rich­tung anzuord­nen.

Die Bedin­gun­gen für den Ablauf der Hub­schrauber­ber­gun­gen wer­den hin­sichtlich der Kos­ten­tra­gung wie fol­gt fest­gelegt:
Bestä­ti­gung durch den Amt­stier­arzt, dass die Bergung auf eine andere Weise nicht möglich ist und ein­er Besei­t­i­gung des gefal­l­enen Tieres durch Ver­graben oder Ver­bren­nen nicht zuges­timmt wer­den kann.
Auf­tragserteilung an die zur Ver­fü­gung ste­hen­den Flu­gun­ternehmen (Pri­vat­fir­men, Bun­desheer) durch die Lan­deswarnzen­trale per FAX – For­mu­lar im Anhang.

Das gün­stig­ste Unternehmen wird mit der Bergung beauf­tragt.
Rech­nun­gen des Flu­gun­ternehmens im Orig­i­nal an das ha. Amt.
Leis­tung eines Selb­st­be­haltes durch den Tierbe­sitzer in der Höhe von 182.- € je Ein­satz.

Um erlass­mäßige Vorge­hensweise im Anlass­fall wird ersucht.

Der Bezirk­shaupt­mann:

HR. Dr. Wal­ter Kreutzwies­ner
(Orig­i­nalun­ter­schrift im Akt)

F.d.R.d.A.:
Bar­bara Puch­n­er