Mittwoch, 9. Januar 2019

Sternsinger in Proleb unterwegs

 

Im 16. Jht., urkundlich ver­merkt, war es sehr ver­bre­it­et. Es hat sich beson­ders in den Nieder­lan­den, Bel­gien und Deutsch­land als Brauch einge­bürg­ert. Damals begann man vor Wei­h­nacht­en bis zum 6. Jän­ner mit dem Sternsin­gen.

Schul­meis­ter und Schüler zogen mit einem Stern von Haus zu Haus, um Lieder vorzu­tra­gen. Die Sternsinger erzählten von der Geburt Christi, der Anbe­tung in Beth­le­hem und von Herodes und seinem Ende. Anschließend bat­en sie um Gaben wie Kuchen, Nüsse oder Geld. Verklei­dete Män­ner oder Knaben zogen als Dreikönige oder auch als Gefol­gsleute eines voraus getra­ge­nen großen Sterns von Haus zu Haus. Sie tru­gen weiße Hem­den, waren als Könige verklei­det oder hat­ten ortsab­hängig bes­timmte Kostüme an.

Dieser zuerst sehr ern­sthaft geübte Brauch dro­hte streck­en­weise ins komis­che umzuschla­gen. So wur­den im 18. Jht. oft Schel­men­lieder in Psalmen­form vor­ge­tra­gen. Gegen Ende des 19. Jht. kam das Sternsin­gen nahezu in Vergessen­heit. Kurzzeit­ig war das Sternsin­gen aus­gestor­ben!

Erst Schle­sien­flüchtlinge bracht­en diesen Brauch nach Deutsch­land und Öster­re­ich wieder mit. 1955 in Öster­re­ich wieder einge­führt, um 1958 wollte man in Deutsch­land den Mis­sion­s­gedanken fördern und beschloss eben­falls, die Wiedere­in­führung des Sternsin­gens!

Heute ist das Sternsin­gen kurz vor und am 6. Jän­ner im deutschsprachi­gen Raum allerorts üblich, ver­bun­den mit der Seg­nung der Woh­nung (Haus). Rekru­tiert dazu wer­den frei­willige Min­is­tran­ten, die eingek­lei­det und feier­lich aus­ge­sandt wer­den. Die so gesam­melten Spenden wer­den jedes Jahr einem anderen kirch­lichen Mis­sion­swerk zur Ver­fü­gung gestellt.

 

C+M+B

Um 1500 wurde im deutschsprachi­gen Raum berichtet, dass man ein Kreuz auf die Türen malte. Daraus entwick­el­ten sich der Haussegen “C+M+B+Jahr, zB 2019” — was ober­halb der Türe mit Krei­de geschrieben dann so ausse­hen mag:

20 * C + M + B * 19

“Chris­tus man­sionem bened­i­cat”, bedeutet:
“Chris­tus seg­ne jenes Haus”

Der Volksmund benen­nt sie fälschlich­er Weise auch als Anfang­buch­staben der drei heili­gen Könige (Cas­par — per­sisch — Schatzbe­wahrer, Mel­chior — hebräisch — Mein König ist Licht, Balthasar — baby­lonisch Gott schütz das Leben).

Dadurch liegt auf dem Haus ein Segen, welch­er das Böse abhal­ten soll. Schon aus dem christl. Alter­tum sind zahlre­iche Anwen­dungs­for­men dieser Buch­staben­gruppe als Schutz­formel über­liefert, so auch zur Abwen­dung der ver­schieden­sten Krankheit­en vom Kinder­fieber bis zur Alters­gicht.

In kath. Gegen­den beson­ders in Süd­deutsch­lands, Öster­re­ichs und Schweiz, wird mit Krei­de an den oberen Tür­rah­men der Haussegen geschrieben und das Haus mit Weihrauch geseg­net.

Quelle: https://www.kirchenweb.at/