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Sonntag, 28. September 1986

Neue Kapelle in Proleb-Köllach eingeweiht

Der vergangene Sonntag erfuhr im Ortsteil Köllach der Gemeinde Proleb eine besonders festliche Gestaltung. Anlaß dazu war die Weihe der neuen Kapelle, die durch Initiative hier ansässiger Menschen binnen kurzer Zeit entstand und den Hl. Wolfgang zum Schirmherrn hat.

Einen großartigen Rahmen gab dazu die prächtige Wetterkulisse und vor allem die Feiergemeinschaft der rund 500 Teilnehmer ab. Einem Platzkonzert der Werksmusikkapelle Niklasdorf am frühen Nachmittag folgte die von der Geistlichkelt zelebrierte heilige Messe mit Erntedankfeier. Ausklang fand dann das Geschehen bei einem gemütlichen Beisammensein im Gasthaus Eppich-Sikora.

Herwig Pongratz, mit Geistl. Rat Seitz und VS-Lehrer Ludwig Schnabl einer der Initiatoren zum Kapellenbau in Köllach, entbot seinen Gruß den vielen Anteilnehmenden aus den Gemeinden Proleb und Niklasdorf, im besonderen Bürgermeister Erich Willhuber mit Gemeinderatsmitgliedern, Pfarrer Geistl. Rat Josef Seitz, Monsignore Prof. Steiner, Mag. Schlemmer, weiters die Sängerrunde Proleb mit Chorleiter Erich Kaser, die Werksmusik Niklasdorf unter der Leitung von Ernst Schachner und der Proleber Landjugend. Dann umriß Herwig Pongratz in kurzen Zügen den Werdegang des Kapellenbaues. Nach dem Entschluß bzw. geistigen Anstoß suchte man nach einem Konzept und fand schließlich in der wunderschönen Kapelle der Familie Kühberger in Glarsdorf bei Kammern ein nachahmenswertes Beispiel. Weitere Beratungen befaßten sich mit der Innengestaltung und der Wahl des Hl. Wolfgang, des einstigen Bischofs von Regensburg (924-994), zum Schutzpatron des künftigen Köllacher Heiligtums. In einer öffentlichen Versammlung konnte dann die Köllacher Interessensgemeinschaft der Bauplan inklusive Glockenturm und der Vorschlag für ein mundgeblasenes Fenster in Bleiverglasung mit integrierter Kapellenstatue präsentiert werden. Gesagt, getan – vor rund einem Jahr schritten etliche Köllacher ans Werk.

Die notwendige Unterstützung kam von vielen Seiten. Als Grundstückspender trat vorerst die Familie Hirn in den Vordergrund, die notwendige Kommissionierung erledigte die Gemeinde Proleb kostenlos und steuerte ihrerseits 12.000 Schilling bei.
Das gesamte Bauholz stellte die Familie Prieler, die Mauerziegel die Firmen Durisol und Scardelli zur Verfügung. Mit besonders günstigen Preisen leisteten noch weitere Zulieferfirmen willkommene Unterstützung.
Den freiwilligen Helfern, ohne deren Einsatz das Werk kaum denkbar gewesen wäre, galt ein besonderes Dankeschön. Allen voran Hans Eppich, dem Schöpfer der stilvollen Dachkonstruktion, sowie Hans Edelsbacher – und Sepp Hirn seien stellvertretend für viele genannt. Schriftenmaler Walter Ramschek setzte sein kunsthandwerkliches Geschick für den letzten Schliff der Kapelle in Form der kunstgerechten Bemalung und Beschriftung ein. Ihm gelang damit ein bleibendes Kunstwerk.

An Spendengeldern flossen für die Kapellen-Errichtung 60.857 Schilling zu. Der Gesamtaufwand für Materialien und sonstigen Facharbeitereinsatz lag bei 73.775 Schilling. Die Differenz des noch offenen Restbetrages wäre bei knapp 13.000 S gelegen, doch eine bei der Einweihung gehaltene Sammlung erbrachte 7400 S und ließ die restliche Schuld auf 5500 S absinken. Hervorhebung verdient in dieser Beziehung die Familie Sikora, Pächter des Gasthauses Eppich in Köllach, die den gesamten Erlös von zwei Veranstaltungen mit Maibaumumschneiden dem guten Zweck spendete. Die Glocke stiftete die Familie Pongratz. Weitere Unterstützung kam noch dadurch zustande, daß die in Köllach ansässige Firma Pongratz ihre technischen Einrichtungen im Bauverlauf der Kapelle zur Verfügung stellte.
Die Wolfgang-Kapelle ermöglicht nun den Köllachern, die verschiedenen Feste und Anlässe während des kirchlichen Jahrlaufs in der eigenen Ortschaft begehen zu können. -g-

Quelle: Obersteirische Volkszeitung, Sept. 1986, Redakteur: Geigl